Konzertberichte 2015

Arch Enemy

- Abinchova

                                  

Grosszügiger Weihnachtsmann

Sie waren wohl sehr brav und folgsam die helvetischen Metalheads. Nur so ist erklärbar dass der Weihnachtsmann an diesem Chlausen-tag gleich zwei grossartige Heavy Metal Konzerte in seinem grossen, prallen Jutesack als Belohnung hatte. Spielten doch gleichzeitig Doro im Basler Z7 und Arch Enemy im Solothurner Kofmehl ihre Powersets.

 

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Da sich die Metalstage Doro schon vor zwei Jahren zur Gemüte führte, fiel der Entscheid zu Gunsten von Arch Enemy aus.

Als Supportact agierten die Luzerner Folk-Metaller Abinchova. Deren Namen sich aus dem alemannischen „Marcha Abinchova“ dem heutigen Ebikon ableitet. Das Septett mit ansprechender Frauenquote (Fünf Männer und zwei Frauen) vermochte mit ihren eingängigen Folk-Melodien, gepaart mit donnernden Thrash- und Deathmetal-Riffs ergänzt mit deutschem Grwol- und Cleangesang das Publikum locker eine halbestunde lang zu unterhalten und aufzuheizen für den Hauptact. Ein kleiner Wehrmutstropfen gibt es allerdings. Der kräftige Growlgesang von Sänger Arnaud war leider nur schwer verständlich. Schade sind doch Ihre Texte aussagekräftig und erst noch in deutscher Muttersprache. Aber dass war nicht die Schuld der Innerschweizer eher der Tontechniker.

 

Obschon die schwedischen Melodic-Death-Metaller Arch Enemy schon vor Wochenfrist als Vorband von Nightwish aufspielten war das Kofmehl so gut gefüllt dass nur die Galerie geschlossen bleiben musste. Vor einem Jahr musste die Band den Abgang von Sängerin Angela Gossow verkraften. Eigentlich fast immer ein Genickbruch für eine Band wenn die stimmliche Identifikation die Gruppe verlässt. Im Fall von Arch Enemy aber eher ein Glücksfall. Den seit dem Einstieg von Neo-Shouterin Alissa Withe-Gluz und dem Debutalbum „War Eternal“ geht es mit den Nordländern auf der Karriereleiter stetig bergauf. Futuristisches Hangout als Background. Links und rechts mit dem von partylichterschlangen verzierten Schlagzeug, vier Fahnen mit Arch Enemy-Logo. Dazu glasklarer, wuchtiger Sound plus dem gutturalen Gesang der quirligen und aglien Franko-Kanadierin White-Gluz brachte den Saal schnell einmal zum Kochen. Exzellente Songauswahl und Reihenfolge mit dem Opener Khaos Overture, gefolgt von Yesterday Is Dead And Gone, Burning Angel, War Eternal, Ravenous, Stolen Life, My Apocalypse, You Will Know My Name, Bloodstained Cross, Under Black Flags We March, As The See No Future, Avalanche, Dead Bury Their Dead, No Gods, No Masters, We Will Rise und den Zugaben Enemy Within, Snowbound, Nemesis/Fields Of Desolation landeten die „Die Erzfeinde“ einen ungefährdeten Start-Ziel Erfolg.

 

Erwähnenswert ist die Darbietung der erst 30 Jährigen Sängerin Alissa Withe-Gluz. Die zierliche, ja fast zerbrechlich wirkende Veganerin aus dem Kanadischen Montreal mit der blauen Haarpracht fegte agil aber ohne Atemnot über die Bühne. Immer mit tiefem Growlgesang als stünde der „Samichlaus“ leibhaftig auf der Bühne. Ihr Auftritt unterstütz durch die Gitarristen Michael Amott und Jeff Loomis, Bassspieler Sharlee D’Angelo und Schlagzeuger Daniel Erlandsson war für die Metalstage eines der  Konzert Highlight dieses Jahres.

 

 

Website: Arch Enemy

 

Website: Abinchova

Datum:                6. Dezember 2015

 

Lokalität:              Kulturfabrik Kofmehl Solothurn

 

Einttritspreis:       45 Franken

 

Spieldauer:          75 Minuten