Konzertberichte 2016

Avantasia

Ghostlights Worldtour 2016

                                  

215 Minuten Win-Win Situation

                                  

 

Pünktlich um 20.15 Uhr startet am Gründonnerstag eine von zwei ausverkauften Avantasia-Show’s im pratteler Z7. Nach dem Opener “Mystery of a Blood Red Rose” und “Ghostlights” vom gleichnamigen im Januar erschienen Langplayer ergreift Bandleader und Talkmaster Tobias Sammet zum ersten mal das Mikro, nicht zum singen sondern zum erzählen. “Habt ihr Bock?” schreit er ins Publikum, das postwendend wie ein Echo mit “Ja” antwortet. Wir auch entgegnet Sammet, “Dass ist dann wohl eine klassische Win/Win-Situation”. Wie recht er damit hat zeigt sich in den kommenden dreieinhalbstunden. Mit “Neuem Scheiss, altem Scheiss und mittelalterlichem Scheiss“, wie der Bandleader verspricht.

Und schon geht die bombastische Rock Oper getragen von der fünfköpfigen Band mit “Invoke the Maschine” weiter. Sacha Paeth (Guitar), Oliver Hartmann (Guitar), Felix Bohnke (Drumms), Markus Grosskopf (Bass), Miro Rodenberg (Keyboards) und Amanda Sommerville (Background-Gesang) strotzen vor Spiel- und Singfreude.

 

Eine Besonderheit von Avantasiva ist auch dass der Multiinstrumentalist Sammet mit diversen Gastsängern zusammenarbeitet. An diesem Abend standen unteranderem Ronnie Atkins (Pretty Maids), Michael Kiske (Unisonic), Herbie Langhans, Bob Catley (Magnum), Jørn  Lande (Masterplan) und Eric Martin (Mr. Big) gemeinsam oder einzeln auf der Bühne.

 

Während der 24 Songs umfassenden Setlist wurde auf der Stage minutenlang geredet. Sei es Eric Martin als Alleinunthalter oder Sammet im Duett mit den Gastsängern. Wobei sich letzter auch als Entertainer- pardon schon eher als Talkmaster entpuppte. Sprüche wie “Ihr Trantüten” oder “Ihr Affen” wurde vom diplomatischen, halt eher zurückhaltenden schweizer Publikum nicht gut aufgenommen. Aber mit der Zeit drehte sich das Blatt und Sammet stellte mit dem Satz “Ich habe gemerkt, dass ich euch zuerst Beleidigen muss dass ihr richtig mitmacht” den pratteler Stimmungfrieden wieder her. Fortan machten die ca 1500 Avantasianer prächtig mit und vergnügten sich köstlich an Sprüchen wie “Musiker-Polizei, die da hinten mit verschränkten Armen die alles besser wissen”. Oder dem Dezibel-Spiel “Schaffen wir die 123 dB vom letzten mal zutoppen ?” Was mit 116 dB nichtgelang aber der stimmung keinen Abbruch tat. 

 

Klassiker wie “Avantasia”, “Farewell”, “The Story Ain’t Over” oder vom neuen Werk “Let The Storm Descend Upon You” und die neue Single “Draconian Love” fehlten nicht. Es war eine grosse Freude der Band mit den Gastmusikern zu zuhören. Auch “Achim, der beste Livemischer von Esslingen- äh von ganz Deutschland” laut Zitat Sammet machte einen tadelosen Job und der Sound hatte Druck ohne zu klirren.

 

Ähnlich wie bei der deutschen Eurovision Song Contest Vorausscheidung bei der Sammet mit seinen Mannen den dritten Platz mit “Mystery of a Blood Red Rose” belegte, waren sie auch an diesem Abend die Sieger der Herzen. Mit dem 215 minütigen Set erspielten sich Avantasia viele neue Fans die sich jetzt schon freuen auf den nächsten Besuch von Sammet in Pratteln. Sei es mit Avantasia oder mit seinem Sideprojekt Edguy. Wir freuen uns aufkommende Win/Win Situationen mit Taussendsassa Tobis Sammet.

Website: Avantasia

 

Setlist:

Mystery of a Blood Red Rose

Ghostlights

Invoke the Machine

Unchain the Light

A Restless Heart and Obsidian Skies

The Great Mystery

The Scarecrow

Lucifer

The Watchmakers’ Dream

What’s Left of Me

The Wicked Symphony

Draconian Love

Farewell

Stargazers

Shelter from the Rain

The Story Ain’t Over

Let the Storm Descend Upon You

Promised Land

Reach Out for the Light

Avantasia

Twisted Mind

Dying for an Angel

Lost in Space

Sign of the Cross 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Datum:                24. März 2016

 

Lokalität:              Konzerthalle Z7 Pratteln

 

Einttritspreis:       48 Franken

 

Spieldauer:          215 Minuten