Konzertberichte 2015

Delain

- Serenity

                                  

Überzeugende Metal Ötzi’s

und Symphonic Kronprinzen

 

Die niederländischen Symphonic Metaler Delain spielen sich zurzeit rund um die Welt die Finger wund. An einem der zweiundsiebzig Daten umfassenden „The Human Contradiction/Stardust over Europe-Tour“ die sie zum Teil auch als Support Act von Sabaton bestritten machten Holländer am Sonntagabend auch im Pratteler Z7 halt. Es war eine überzeugende Darbietung.

 

In den vergangen zwei Jahren, seit die Metalstage Konzertberichte verfasst, hat es noch keine Vorband in die Headline geschafft. Dass das ausgerechnet die österreichische Vorband Serenity schafft überrascht. Denn unsere östlichen Nachbarn sind nicht unbedingt bekannt für Heavy Metal Bands, eher für Pop-Stars wie Schiller, Christina Stürmer und die Senkrechtstarter Wanda. Aber die sechzig minütige Show der Tiroler überzeugte. Der zweistimmige Gesang von Georg Neuhauser und Clementine Delauney war perfekt abgestimmt. Der Sound hatte Druck und war abwechslungsreich. Aber alles wäre nicht halb so gut, wäre nicht Frontmann Neuhauser der das Publikum immer wieder auffordert zu klatschen, anpeitscht und bauchpinselt mit Aussagen wie: „Wir Tiroler sind doch die Lieblingsnachbarn der Schweizer- oder ?“ Das positive Echo des Publikums gab ihm Recht. Tja die Tiroler wissen eben wie Party machen, sei es DJ Ötzi bei der Après-Ski-Party im Wintersport Mekka Sölden, oder Serenity im Rock Tempel Z7. Dass war einmal eine Vorband, die der auf den Hauptact wartenden Meute nicht nur zur Zeit überbrückenden audio-visuellen Berieselung zum Frass vorgeworfen wurde, sondern die wartenden Metaller wirklich aufheizte. 

Um 21.00 Uhr, nach einer zügigen halbstündigen Umbaupause betraten die Holländer Delain die Bühne, sie hielten die Stimmung mühelos 75 Minuten weiter hoch. Angeführt von der stimmgewaltigen Charlotte Wessels, die sich einmal mehr in verführerisch, knappen Outfit präsentierte, legten Bandgründer Martijn Westerholt (Keyboard), Sander Zoer (Drums), Otto Schimmelpenninck (Bass) und Timo Somers (Gitarre) einen fast tadellosen Gig im gut dreiviertel gefüllten Z7 hin. Sechs Alben stehen mittlerweile in der über zehnjährigen Bandgeschichte, so ist es nicht verwunderlich dass der Hit des neuen Album’s „Stardust“ schon als vierter Song performt wurde. Da die Hitdichte dieser aufstrebenden Symphonic Metal Band so gross ist und weil die weitern Hits wie „The Gathering“, „April Rain“, „My Masquerade“ und die Hymne „We Are The Others“ geschickt im Set verteilt waren, gab es kaum einen Stimmungs-Durchhänger. Trockeneis, Pyros und ein versierter Lichtoperateur trugen zusätzlich zum optischen Spektakel bei. Eine Produktion fast ohne Fehl und Tadel. Fast- ja nur fast. Delain ist eine sehr ehrgeizige Band. 72 Konzerte umfasst die aktuelle Tour. Da wird mit der Zeit jedes Detail perfektioniert. Aber genau diese Perfektion wirkte auf die Zuschauer wie emotionslos. Rock’n’Roll lebt vom „Dreck“ und dem inneren Feuer der Interpreten, genau diese Eigenschaften fehlten. Aber dass ist Kritik auf sehr, sehr hohem Niveau. Wenn die Finnen Nightwish die unbestrittenen Könige des Symphonic Metal sind, dann sind die Niederländer Delain drauf und dran mit Ihrem Fleiss (Anzahl ihrer Konzerte) und musikalischem Können die Symphonic Metal Kronprinzen zu werden. Zu Recht wie sie an diesem Sonntagabend bewiesen.

 

 

Datum:                22. März 2015

 

Lokalität:              Konzerthalle Z7 Pratteln

 

Einttritspreis:       Fr. 42.-  

 

Spieldauer:          75 Minuten