Konzertberichte 2015

Greenfield Festival 2015

- Slipknot, Motörhead, Heaven Shall Burn, Powerwolf, Godsmack, Bury Tomorrow, A Day To Remember

                                  

Tiefe Frauenquote, keine Hardrock Touristen und niemand ist Tot!

Das 11. Greenfield Festival gehört der Vergangenheit an. Mit 18’016 Zuschauern verzeichneten die Organisatoren eine der niedrigsten Besucherzahl in ihrer Geschichte. Aber es war wie immer ein grosses Fest mit coolen Bands, eindrücklicher Landschaft und Bilderbuchwetter.

 

6000 Zuschauer weniger als 2014, war das die Quittung weil lange kein dritter Headliner präsentiert wurde oder doch eher die ausser-

ordentlich hohe Konzertdichte im Juni. Gaben sich doch in der Woche vor dem Greenfield, AC/DC 2x im Letzigrund Zürich, Kiss im Hallenstadion Zürich und die Foo Fighters in der St. Galler AFG Arena die Klinke in die Hand. Hinzu kamen die neuen Open Air's Rock im Revier und Rockavaria in Deutschland die auch noch einige Besucher abzwackten. Klar hätten Kiss oder die Foo Fighters 2-3000 Besucher mehr gebracht. Aber auch wesentlich höhere Kosten verursacht was in einem "Null- Runden Spiel" geendet hätte. Somit haben die GF- Macher ihre Hausaufgaben gemacht, schwarze Zahlen geschrieben und den fortbestand des Lieblingsopenair der Metalstage gewährleistet. Mal schauen wie das Line Up nächstes Jahr aussieht. Da wird die Konzertdichte, zu mindest in der Schweiz nicht mehr so hoch sein wie dieses Jahr. Mal schauen welche Acts, im Herbst bei der ersten Bestätigungswelle bekannt gegeben. Sollten zu diesem Zeitpunkt noch keine zugkräftigen Headliner bekannt gegeben werden, die den Vorverkauf ankurbeln würden, können die Greenfield- Organisatoren auf ein altes Marketing Werkzeug zurückgreifen. „Sex Sells“ damit sind  keine Striptease-Shows gemeint, aber zu begrüs-

sen wäre wenn die Frauenquote bei den Bands von 2 % dieses Jahr (4 Frauen auf 200 Musiker) auf 10% angehoben würde. Das würde neben dem dieses Jahr neu geschaffen Mittelaltermarkt und dem Luna- Park das Festival im wahrsten Sinn des Wortes attraktiver machen.

 

Zu den Highlights gehörte das Wetter. Freitag und Samstag trocken und zwischen 22 und 28 Grad warm. Nur am Donnerstag regnete es in den ersten zwei Festivalstunden eine unerhebliche Menge. Die Konzerte von Godsmack und A Day to Remember am Donnerstag und Powerwolf und Bury Tomorrow am Samstag gehörten zu den musikalischen Highlights. Optisch war natürlich Slipknot am Donnerstag und Heaven Shall Burn sehenswert. Letztere erwiesen sich als gute Wahl, obwohl HSB-Sänger Marcus Bischoff während des Gigs ironisch bemerkte dass die meisten lieber einen richtigen Headliner wie Rammstein oder die Prinzen(Grins) gesehen hätten. Dabei brauchte sich die Thüringer Metalcore Band mit ihrer Show die ein grandioses Bühnenbild, Feuer, opulentes Licht beinhaltete nicht zu verstecken. Ebenso grosszügig war die Show der amerikanischen Maskenmänner Slipknot um Shouter Corey Taylor. Bei Ihnen gibt es die beiden rotierenden Percussion- Podeste auf den Chris Fehn und Shawn Crahan wie wild trommelten zu erwähnen. Auch unterhaltsam waren die grossen Luftballons die A Day to Remember während ihres Auftritts in die Crowd schmissen. Die Greenfielder nahmen das „Geschenk“ dankend an und spielten während zehn Minuten vergnüglich damit. Erwähnenswert war auch das Double-Drum-Solo von Godsmack mit Drummer Shannon Larkin und Sänger Sully Erna. Düster ging es bei Powerwolf mit ihrem kräftigen Metal zu und her. Obwohl sich Sänger „Der Wolf“ immer wieder über die frühe Auftrittszeit (Samstagnachmittag) beklagte, weil es doch zu hell ist für sie als Wölfe merkte das Publikum diesem wettertechnischen Handicap der Show nichts an.

 

Da die Hardrock-Touristen, die alle fünf Jahre ein Hardrock Konzert von AC/DC oder Gotthard besuchen und sich dann wieder mit Apres Ski-Party Hits „verköstigen“ zu Hause geblieben sind, wurde während drei Tagen gefeiert, gemosht, Circle Pits zum drehen gebracht, Wall of Death eröffnet und wieder geschlossen und natürlich auch ein kleines Bisschen getrunken. Womit die Frage von Motörhead-Ikone Lemmy Kilmister „Are you Dead“ da seiner Ansicht nach das Publikum am Freitag zu wenig mitmachte, mit Nein beantwortet werden kann.

 

Wir freuen uns schon auf 2016, mit oder ohne dritten Headliner, die Party steigt sowieso.

 

Datum:                11 - 13. Juni 2015

 

Lokalität:              Flugplatz Interlaken

 

Einttritspreis:       Fr. 180.-   3 Tagespass (Early Bird)

 

Spieldauer:          13.00 - 01.00 Uhr

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Joy
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Godsmack
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Heaven Shall Burn Bühne
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Heaven Shall Burn
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