Konzertberichte 2016

Waldrock Open Air 

New Jersey, Pertness, Me and the rest und The Vibes

                                  

Rotkäppchen warum trägst ein schwarzes Kopftuch und Gehörschütze?

                                  

Ganz erstaunt fragt der böse Wolf: „Rotkäppchen warum hast du so viele Bratwürste, leckere Hamburger, saftige Steaks und kiloweise Kartoffelsalat in deinem grossen Korb?“. Und warum trägst neuerdings ein schwarzes Kopftuch mit aufgedruckten Totenschädeln und Gehörschütze?“. Furchtlos, mit geballter Faust und ausgestrecktem Mittelfinger antwortet das junge Mädchen:„Ich bin das Rockkäppchen, die ungezogene und tätowierte Halbschwester von Rotkäppchen und gehe jetzt feiern ans Waldrock Open Air in Röthenbach“. Und das taten wir von der Metalstage auch.

 

Irgendwo zwischen Wangen an der Aare und Herzogenbuchsee, nach kurzer Fahrt über die Weiten des Oberaargaus, landen wir in Röthenbach und Dank der hervorragenden Signalisation bei der Winkelgrube wo das 22. Waldrock Open Air statt fand. Nach kurzem Spaziergang entlang dem Waldrand (Genau so stellte ich mir als kleiner Junge den Weg vor den Rotkäppchen gemacht haben muss als es die Grossmutter besuchen wollte) und ca. 100 Meter abstieg sind wir auf dem wohl idyllischten Festivalgelände dass wir je gesehen haben. Umringt von meterhohen Tannen, stand die professionelle Bühne. Links davon Getränke- und Lebensmittelausgabe, weiterhinten die Bar und jede Menge Festbänke. Ja da kann man gut verweilen, sich verpflegen und plaudern. Wir sind gespannt, was wir an diesem bilderbuchmässigen Sommerabend alles erleben werden. Und ob wir Rockkäppchen auch zu Gesicht bekommen.

 

Pünktlich um 19.30 Uhr beschallen die Aarauer The Vibes zuerst im Duo akustisch und dann im Trio mit E-Gitarre, Drums und Hammond Orgel mit Ihrem Hardrock den Festplatz.

 

Nach dem stündigen Gig erklimmen die Zürcher Me and the Rest die Bühne. Die sechsköpfige Band legte ein tolles Hardrockbrett hin. In bester Erinnerung bleiben die Ansagen von Frontmann Jürg Theiler-Scotch. Besonders die: „Wir können nicht sehr gut Covers spielen, darum spielen wir nur ein Cover-Song!“. Es folgte ein „Smoke On The Water-, Livin’ On A Prayer-, Lick It Up-, Animals-“ Medley das die Waldrocker zum heftigen mitklatschen und johlen animierte. Toll was die gebeutelten Musiker trotz Hindernissen (Gitarristen Wechsel in Vorfeld, Bassistin die mit Krücken auf die Bühne kam und sitzend den Auftritt spielte und Defekt des Bandbusses bei der Anreise) boten.

 

Einen Stillbruch im Programm stellten dann die Berner Oberländer Pertness dar. Heavy Metal der straighten Art mit tiefem Gesang, massenhaft Breakdown’s und elektronischen Sampels heizten die Reichenbacher den geschätzten 500 Waldrocker ein. Nicht ganz einverstanden mit dem feiernden Publikum war die Waldhexe. Sie funkte wie von Geisterhand in der Technik der Metaler herum so dass sie Ihren Gig einige Minuten unterbrechen mussten. Richtigerweise erkannte Sänger Tom Schluchter dass die Waldhexe für den Unterbruch verantwortlich war. Aber dass Rockkäppchen der Hexe den Garaus machte und so die Herren Schluchter, Zurbrügg, Gutknecht und Bühler mit Ihrem Swiss Highland Metal das zahlreiche Publikum weiter verzücken konnten ist Insiderwissen!

 

Rockkäppchen vollbrachte noch weitere Gute Taten. Handelte Sie in der Woche vor dem Open Air mit dem Wettergott aus dass er den Regen anderswo herunterprasseln lassen würde und bis 2.00 Uhr Nachts die Temperaturen bei wohligen 20 Grad halten wird. Oder dass die Besucher willig waren fleissig Geld aus Ihren Portemonnaies in die bereitstehenden Spendenkässeli zu werfen um damit das Blumenhaus (Institution für benachteiligte Kinder) in Buchegg zu unterstützen.

 

Nach dem Rockkäppchen das alles organisiert und eingelenkt hatte, konnte der Headliner New Jersey aufspielen. Die Mailänder Bon Jovi Cover Band legte furios mit „Livin’ On A Prayer“, „You Give Love A Bad Name“ und „Raise Your Hands“ los. Gefolgt von „Born To Be My Baby“ und „Runaway“ hatten die Italiener das Publikum im Nu im Griff. Während der folgenden anderthalb stunden wurden die grössten Hits der Amerikaner wie „Have A Nice Day“, „It’s My Life“ und „Wanted Dead Or Alive“ originalgetreu performt. Der Abschluss bildete dann die zweite Zugabe „Keep The Faith“. Zufriedene Gesichter, soweit erkennbar im Dunkeln über die Leistung Davide Barbieri und seinen Mannen. So geht Party machen im Wald.      

 

Fazit: Ein unvergesslicher perfekter Abend. Nun hoffen wir, das nächstes Jahr wenn wir wieder kommen das sagenumwobene  Rockkäppchen auch zu Gesicht bekommen. Wer weis !

 

Website:  Blumenhus Buechegg

 

Website:  Pertness

 

Website:  New Jersey / Bon Jovi Tribute Band

Die Bilder:

Datum:               29. und 30. Juli 2016

 

Lokalität:            Winkelgrube bei Röthenbach/Herzogenbuchsee

 

Einttritspreis:      Freier Eintritt !!!!!!!!!!

 

Spieldauer:         19.30 - 01.00 Uhr