Konzertberichte 2017

Greenfield Festival 2017

Green Day, In Flames, Blink 182, 5 Finger Death Punch, Kreator, Donots, Equilibrium, Delain & Megaherz

                                  

"Shake your Hüftgold" und

"You Guys rocks"

Sonnige 24 Grad Durchschnittstemperatur. Ein Headliner der den Namen verdient und 22000 Besucher die drei Tage lang den Flugplatz Interlaken rockten. Das ist die Kurzfassung des 13ten Greenfield Festival im Berner Oberland. Doch dieser lapidare Kurzbeschrieb der Geschehnisse anfangs Juni im temporären Stromgitarren Mekka Greenfield würde dem tollen Event nicht gerecht werden. Neuerungen gab es bei der diesjährigen Ausgabe keine nennenswerten. Das bewährte wurde beibehalten wie die dritte Bühne, die Burning Hand und mehr Sitzgelegenheiten. Dafür warteten die Veranstalter mit zahlreichen Bands auf die noch nie zwischen Thuner- und Brienzersee gespielt hatten auf.

 

Der erste Festivaltag stand mit Kreator und Five Finger Death Punch im Zeichen der vorher angedeuteten Greenfield-Debutanten. Mille Pedrozza, Bandchef und Trashaltmeister von Kreator legte mit seinen Jungs einen druckvollen Gig hin. Eine Papierschlangenexplosion zu Beginn und massenweise Pyros umrahmten den gelungenen Gig der Trash-Urgesteine aus dem Ruhrpott. Sehr gespannt waren wir auf den Gig der amerikanischen Metaller von Five Finger Death Punch. Nach dem Sie uns 2015 am Rock The Ring „angefixt“ hatten war nicht 100% sicher ob Sie auftreten können. Immer wieder haben persönliche Probleme des Sänger’s Ivan Moody in der jüngeren Vergangenheit zu Konzert-Absagen oder Abbrüchen geführt. Nun der Auftritt war nicht wirklich das gelbe vom Ei. Zwar wurden alle Hits gespielt, die Band zeigte sich motiviert und spielfreudig und Sänger Moody lieferte eine solide Performance ab. Aber immer wider minutenlange Unterbrüche zwischen den Songs und das Verhalten Moody’s zu Beginn, der aggressiv händefuchtelnd und fluchend sich mit dem Backstage Bereich anlegte hinterliess einen zwiespältigen Eindruck. Sehr schade!

Für die Tageüberraschung waren die schwedischen Melodic-Death-Metaller In Flames zuständig. Obwohl wir nicht geplant hatten ihr Konzert zu verfolgen, hat uns ihre tonnenschwere Riffwand, der Gutturale Gesang von Anders Friéden und die Lichtschau dazu bewogen der 90 Minütigen Show bis zum Schluss beizuwohnen.

 

Der zweite Tag stand im Zeichen des absoluten Headliners Green Day und ihrer zweieinhalbstündigen Punk Rock Show. Ein Novum war der ca. fünf Meter lange Steg der im Anschluss an die Jungfraustage eigens für Green Day aufgebaut wurde. Der mehrheitlich

von Frontmann Billie Joe Armstrong gebraucht wurde um mit den begeisterten Zuschauern zu kommunizieren. „Know Your Enemy“ war der Startschuss für die GD Party. Höhepunkt war als die Band „Boulevard Of Broken Dreams“ anstimmte und das ganze Greenfield  klar, verständlich und textsicher minutenlangen den Refrain lauthals sang. So etwas haben wir in fünf Jahren Greenfield noch nie gesehen geschweige den gehört. Doch Green Day war nicht das einzige was der Freitag an Highlights zu bieten hatte. Dass die niederländischen Delain um Frontfrau Charlotte Wessles eine begnadete Liveband ist wissen wir schon lange. Auch Ihr Gig animierte die Crowd vor der Mönchsstage zum hemmungslosen mitmachen und singen. Was die Holländerin mehrmals zu einem entzückten „Your Guy’s rocks“ hinreisen liess. Eins obendrauf setzten die nachfolgenden Equlibrium. Die bayrischen Pagan Metaller konnten noch mehr Leute mobilisierten und stimmungsmässig noch einen Zacken zu legen. 

 

Der letzte Festivaltag wartete mit Blink 182 als Headliner auf. Obwohl bemüht, mit witziger Bühnenshow (Neon- Projektionen auf die Boxenwände zum Beispiel einen Kassettenrecorder) konnten Sie Green Day und In Flames nicht mehr toppen. Was zu gegebener masen auch sehr schwierig war. Sehenswert an diesem sommerlich warmen Samstagnachmittag waren die neuen deutsche Härte Pioniere von Megaherz. Mit Corpspaint bemalt, hämmerten Sie Ihre harten Riffs und die eingängigen Refrains den Greenfielder um die Ohren. Mit dem Sonnenuntergang betraten die Münsteraner Punk Rocker Donots die Bühne. Gewohnt gut gelaunt, donnerten die Konollmann Brüder dem Publikum Ihre Heuler wie „Ich mach da nicht mehr mit“ und „Dann mal ohne mich“ in die Gehörgänge. Natürlich wie es sich für Punks gehört auch mit dem einen oder anderen politischen Statement garniert. Eine sympathische Aktion lancierten Sie kurz vor Schluss. In einem Schlauchboot, crowdsurfend über den Köpfen der Zuhörer und der Mithilfe einer Viva con Acua Mitarbeiterin sammelte Sänger Ingo Knollmann Becher(Pfand) für Trinkwasserprojekte in Afrika. Dass dies zu einem Gaudi ausartete war spätestens seit dem Knollmann-Meilenstein-Mosh-Aufruf „Shake Your Hüftgold“ klar. Auch die Schweizer Pagan Band No. 1 Eluveitie durfte noch aufspielen. Es wurden neue Mitglieder präsentiert (Darunter Sängerin Fabienne Erni) alte Hits wie „Inis Mona“, „Thousandfold“ und „Call Of The Mountain“ gespielt und ein neuer Song „Emos“ vorgestellt. Ein routinierter Auftritt der Zürcher die gezeigt haben dass sich die neuen Bandmitglieder schon bestens integriert haben.Als letztes wurde die „Buring Hand“ angezündet. Ein würdiger Abschluss wie die rotgelben Flammen in die sternenklare Vollmondnacht züngelte.

 

Bekanntlich ist das Greenfield Festival regensicher, es regnet sicher an einem Festivaltag. Die 13te Ausgabe ist die Ausnahme die die Regel bestätigt. Drei Tage lang keinen Tropf Regen und jede Menge gutgelaunte Leute waren zu beobachten. Auffallend war dass sich die Besucher fast jeder Animation hingaben „Shake Your Hüftgold“ und mitmachten „You Guy’s Rocks“. Das Greenfield hat sich in der harten Festivallandschaft etabliert und besitzt eine sehr treue Klientel was den Fortbestand sichert und die Vorfreude auf nächstes Jahr in unermessliche steigert.

P.S. Ein Dankeschön an Blick für die Freikarten. 

Website: Greenfield Festival

Website: Green Day

               In Flames

               Blink 182

               Five Finger Death Punch

               Kreator

               Donots

               Delain

               Equilibrium

               Megaherz

               Eluveitie

               

Die Bilder

Datum:                08 - 10. Juni 2017

 

Lokalität:              Flugplatz Interlaken

 

Einttritspreis:       Fr. 190.-   3 Tagespass (Early Bird)

 

Spieldauer:          13.00 - 01.00 Uhr

Archiv:

 

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