Konzertberichte 2019

Bang Your Head Festival 2019

Avantasia, Steel Panther, Michael Schenker Fest, Krokus, Skid Row, Dark Tanquillity, Kickin Valentina

                                  

Adios Amigos ihr „Knitterfressen“

Die Ankündigungen für das 24ste Bang Your Head Festival mit Avantasia, Steel Panther und Krokus waren phantastisch. Die Wetterprognosen mit drei Tage Regen eher weniger.

 

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Auftritte von Avantasia und besonders Steel Panther rissen uns nicht von den Sitzen. Dafür machte uns der Wettergott mehr Freude. Der Donnerstag und Samstag waren trocken und sogar die Sonne vermochte einige Stunden hinter den Wolken hervor zu blinzeln. Dafür waren am Freitag drei Platzregen die einen kurzzeitigen Programmunterbruch zur Folge hatte zu verzeichnen. Aber auch am zweiten Tag liess es sich die Sonne nicht nehmen mehrmals kurz hinter den schweren Wolken hervor zu schauen.

 

Musikalisch waren die Auftritte von Krokus, Einherjer und besonders Visions of Atlantis unsere Highlights. Wir waren ja gespannt ob Krokus den Auftritt von vor zwei Jahren an der selben Stelle toppen können? Da sich die sechs Solothurner zurzeit auf Abschiedstournee befinden, waren wir nicht ganz sicher ob Storace & Co Alter milde zeigen und ihr Gig nicht mehr richtig abrocken wird. Weit gefehlt. In Topform zeigten sich die Schweizer Hardrock Urgesteine und ihre Hits „Bedside Radio“, „Rockin In The Free World“ und „Mighty Quinn“ wurde von den Balinger Metalheads unaufgefordert lauthals singend abgefeiert. Schade hören sie Solothurner ende Jahr auf, den sie sind noch weit, weit weg von Festhüttenbeschallung, Bratwurstgeruch und 50 Nasen zu bespassen. Getreu dem Tour Slogan sagen wir „Adios Amigos“: Marc Storace, Fernando von Arb, Chris von Rohr, Mark Kohler, Flavio Mezzodi und Mandy Meyer. Schön wars in den letzten 40 Jahren mit euch!

 

Einen bleibenden Eindruck auf uns haben auch die Norwegischen Viking Metaler von Einherjer hinterlassen. Zeitgleich zu Avantasia gaben sie in der Halle ihren schwermütigen, aber abwechslungsreichen Viking Metal mit Black Metal Einflüssen und Cleargesang zum besten. Das gebotene war so überzeugend dass wir uns hinreissen liessen länger als geplant den Nordländer zu zuhören und dafür auf einen schönen Teil der Metal- Oper von Tobias Sammet zu verzichten.

 

Unsere Festivalentdeckung waren die Österreichischer von Visions of Antlanis. Sie schlossen das Donnerstagsprogramm als letzte in der Halle ab. Wir wollten eigentlich nur noch schnell ein Ohr voll mit auf den Weg nach Hause nehmen. Blieben aber dann von der ersten bis zur letzten Sekunde. Schon die Affiche, eine Symphonic Metal Band mit einem 20köpfigen Orchester war verlockend. Geschickt arrangiert waren die Songs so dass das Orchester immer wieder bestens zur Geltung kam. Vorteilhaft für das Publikum war auch das dieses Konzert aufgezeichnet wurde und später als DVD veröffentlicht wird. Deswegen auch etliche Spezialeffekte wie meterhohe Flammen, dutzendweise Pyros und Funkenregenwand vom Hallendach. Eine absolut überzeugende Leistung die uns Célementine Delauney und die vier weiteren VOA Mitglieder boten.

 

Gabs Enttäuschungen? Jein! Zum ersten mal gönnten wir uns die Amerikanischen Glam-Metaler Steel Panther. Sie waren zurecht Headliner am zweiten Tag. Ihre Anziehungskraft war unübersehbar auf dem Gelände, waren doch einige Besucher im 80er Jahre Style mit neonfarbenen animalprints Spandexhosen, auftuopierten Haaren und Schminke anzutreffen. Dass die vier Amerikaner nicht non stopp musizieren werden war zu erwarten. Auch die Redseligkeit von Sänger Michael Starr und Gitarrist Satchel waren zu beginn amüsant. Aber mit der Zeit wurden die Sprüche die im zweimunten Takt unter die Gürtellinie zielten und häufig mit dem Satz „Er had einen kleinen Swanz“ endeten, eintönig. Natürlich schafften sie es wieder zu „17 Girls in a Row“, 17 junge Frauen auf die Bühne zu holen. Dass diese nicht wie üblich oben ohne tanzten machte nichts und sprach für das Niveau der jungen Damen. Nach 90 Minuten blieben wir mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits rechtfertigt der grosse Publikum Aufmarsch den Headlinerstatus. Auf der anderen Seite war dieser „Klamauk Metal“ nicht das gelbe vom Ei. Obwohl die vier aus Los Angeles zwischenzeitlich ihr fraglos vorhandenes Können aufblitzen liessen. Wir werden es zukünftig so handhaben dass wir Steel Panther jetzt einmal gesehen und das ist gut so.

 

Ein weiterer Wehrmutstropfen für unser Gemüt war, dass der Samstag Headliner Avantasia ihre übliche drei stündige Show in zweeinhalbstunden versuchten zu pressen. Ein Avantasia-, wie auch Edguy Gig lebt auch immer von den Sprüchen des Frontmanns Tobias Sammet. Dieser feuerte ganz zu Beginn auch gleich in gewohnter Manier einen dicken Spruch ab. „Macht mal mit ihr Knitterfressen“ provozierte Sammet die Crowd. Später entschuldigte er sich und rechtfertigte sich damit dass alle die noch Musik kaufen und nicht nur streamen halt schon ein bisschen verknittert sind im Gesicht. Recht hat er und die Provokation hat wie immer funktioniert und die Balinger Metalheads machten fortan mit. Allerdings blieben wegen der verkürzten Auftrittszeit die Sprüche auf der Strecke und somit fehlte halt ein bisschen das Salz in der Suppe. Musikalisch war einmal mehr an diesem Avantasia Auftritt nichts zu meckern. Weder an den Gastsängern (Im Gegensatz zu Michel Schenker Fest wo zwei von drei Sänger die Töne nicht immer trafen) noch an der Performance der Band.

 

Alles in allem hat Veranstalter Horst Franz bei der 24sten Ausgabe des Bang Your Head wieder sehr vieles richtig gemacht. Es war uns ein weiters mal ein Vergnügen der Metal Party beiwohnen zu dürfen.

 

Website: Bang Your Head Festival

Website: Avantasia

               Steel Panther

               Michael Schenker Fest

               Krokus

               Skid Row

               Dark Tranqillity

               Kickin Valentina

   

          

Die Bilder: