Konzertberichte 2014

Long Distance Calling

- Keine Vorgruppe

Verspätetes Neujahrskonzert

(fast) ohne Worte

A Evening with Long Distance Calling tönt nach Cüpli-Anlass in gediegener Atmosphäre mit Bistro-Tischen mit französischen „Blätterli“-Schaumwein. Dass war der Konzert-Startschuss 2014 im ISC Gott sei Dank nicht. Es war vielmehr ein Neujahrskonzert für Freunde der härteren Rockmusik als ein Duplikat des traditionellen Konzert am ersten Tag im neuen Jahr der wiener Philharmoniker. 

 

Die fünf Postrock-Musiker aus Münster haben soeben ihren vierten Longplayer „In Flood Inside“ auf den Markt gebracht. Um die anstehend-en Live-Gig‘s in Europa und Amerika perfekt vorzubereiten haben die fünf nordreihn-westfalen drei Test-Gigs mit dem Titel „A Evening with Long Distance Calling“ lanciert. Vor Tillburg (Holland) und Frankfurt (Deutschland) beehrten LDC die helvetische Hauptstadt. Eine bessere Wahl als das gemütliche ISC, mit dem erfahrungsgemäss tadellos abgemischen Sound,  hätten die Insturmental-Musiker nicht auswählen können. Nicht zu verwundern dass das Konzert der „Fernmeldetechniker“ ausverkauft war.

 

Gewagt war es eine Stunde nach Türöffnung ohne Vorgruppe gleich selbst loszulegen. Doch der Entscheid erwies sich als richtig. Innert wenigen Minuten hatten die Westdeutschen das Publikum auf Betriebstemperatur gebracht. Nicht selbstverständlich, da ihr Instrumental-

Still auf Wechsel zwischen ruhigen und harten Passagen basiert. Die zwischen fünf und achtminütigen Songs enthielten wunderebare und harmonische Klang-Teppiche von Drummer Janosch Rathmer, Basser Jan Hoffmann und Gitarrist Florian Füntmann. Ergänzt durch das gefühlvolle und leidenschaftliche Sologitarren-Spiel von David Jordan mit den Keyboardklängen, Sampels und Gesang des Neo-Sänger‘s Martin Fischer. Aber immer wenn die Töne märchenhaft aus den Boxen erklangen drehten die Deutschen das Tempo innert Sekunden-bruchteilen zu brachialharten Metal-Riff‘s hoch. Das Publikum hörte den Klangwelten bedächtig fast zur Salzsäule erstarrt zu um dann

beiden den Metalklängen zu headbangen und nach den Songs die Band enthusiastisch abzufeiern. Wer eine psychedelisch oder sogar melancholische Stimmung erwartete war fehl am Platz. Das Programm enthielt aus der gesamten sieben jährigen Schaffensphase des Postrock-Quintetts Songs, meistens ohne Gesang dafür mit diversen Samples. Die Gefahr bei Instrumental-Sounds der Langweiligkeit umgingen die Long Distance Calling-Musiker meisterhaft. Das Publikum war jederzeit gespannt welche Töne die Akteure als nächstes aus Ihren Instrumenten zauberten. Selbst der begrenzte Platz auf der Bühne stellte für die Musiker kein Problem dar, war doch während dem ganzen Set die Wucht nicht nur aus den Boxen sondern auch von der Bühne zu spüren.

 

Die Premiere war geglückt. Für die Band ins Tour- und für die Zuschauer ins Konzertjahr 2014. Schlimm, es kann fast nicht besser kom-

men in den kommenden 362 Tagen in diesem Jahr. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Lassen wir uns über-

raschen.

 

 

Datum:                03.Januar 2014

 

Lokalität:              ISC Club Bern

 

Einttritspreis:       Fr. 34.-

 

Spieldauer:          123 Minuten